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Finanzkrise bewirkt grundlegegende Umstellung in der Rechnungslegung
12 November 2009
Im Kontext der Reform der internationalen Bilanzregeln IFRS will das Londoner IASB (International Accounting Standards Board) schrittweise ein neues Modell bei der Erfassung der Risikovorsorge einführen. Davon betroffen sind bei diesem Ansatz zwei Drittel aller Abschreibungen, die Banken tätigen. Weitere Folgen sind gravierende Systemveränderungen, erhöhter zeitlicher Aufwand und Bankenkosten.
Diese Erneuerung wurde mit dem am 05.11.09 eingereichten Reformentwurf auf Vorschlägen der G-20 Länder in Gang gesetzt und betrifft primär den Rechnungslegungsstandard IAS 39.
Mit dem neuen Modell werden die erwarteten Kreditverluste von Beginn an bei der Verbuchung der Zinserträge berücksichtigt. Ausfallerwartungen über die Verbuchung der Effektivzinsen werden bei der Ermittlung der Zinserträge bei Banken zukünftig einfliessen. Somit werden Zinserträge in der Gewinn- und Verlustrechnung verbucht, die um einen Korrekturfaktor der Ausfallerwartung reduziert werden. Die Verbuchung der Zinserträge verstetigen sich und der Effekt hoher Abschreibung wird gedämpft, sofern der Kreditausfall tatsächlich durch die Bank zu verkraften ist.
In der Umsetzung müssen die Ausfallerwartungen bei diesem neuen Modell der erwarteteten Zahlungsströme permanent angepasst werden, welches in einem zusätzlichen Aufwand für die Banken resultiert. Neben einem höheren Umstellungsaufwand entsteht das Risiko, dass allgemein das Modell mit dem "Baseler Ansatz" verwechselt werden könnte. Dieser verwendet jedoch andere Ausfallserwartungen. Daher müssen künftige Zahlungsströme permanent neu geschätzt und geprüft werden.
Detaillierte Aufschlüsselungen zu Bewertungsansätzen kommen auf die Banken zu, welches eine nicht zu unterschätzende Herausforderung darstellen dürfte. Sir David Tweedie, Chairman des IASB, betonte die aussergewöhnliche Schwierigkeit der Anwendung des Modells. In der Besetzung eines Expertengremiums für diese Begutachtung, einer Umfrage hinsichtlich der Reaktion relevanter Marktteilnehmer bis Juni 2010 und der Gewährung einer Übergangsfrist von drei Jahren wird das neue Modell schrittweise implementiert.
Das US-Pendant FASB (Financial Accounting Standards Board) bereitet eine ähnliche Änderung der US-GAAP Rechnungslegung vor.
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